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Stephan Hebel kommentiert

Größtmögliche Ohrfeige

Die Art, wie Rot-Grün unter kräftiger Mithilfe von Union und FDP den angeblichen "Bedarf" angeblicher Menschen berechnet haben, verstößt eklatant gegen das Grundgesetz. Und zwar nicht gegen irgendeinen hinteren Artikel, sondern gegen den wichtigsten Satz unserer Verfassung überhaupt: "Die Würde des Menschen ist unantastbar."

Das ist die größtmögliche Ohrfeige für Hartz IV. Und jeder, der die Willkür der Politik beim Abspeisen der Arbeitslosen mit zurechtgetricksten "Regelsätzen" für einen Skandal gehalten hat, darf sich bei unseren höchsten Richtern bedanken.

Natürlich war das Karlsruher Gericht klug genug, keine Zahlen zu nennen, was die notwendige Höhe der Regelsätze betrifft. Aber das Spiel "Grundsicherung nach Kassenlage" ist aus. Nie wieder wird die Politik es sich erlauben können, erst Sätze festzulegen und dann einen "Bedarf" zu erfinden, dem sie angeblich entsprechen.

Alles über Hartz I bis IV
Alles über Hartz I bis IV

Die große Bilanz: Armut per Gesetz oder Chance für die Hoffnungslosen? Die Meinungen über die gewaltigste Sozialreform der Nachkriegszeit gehen auseinander. Die wichtigsten Instrumente aus den vier Hartz-Gesetzen: Was funktioniert? Was floppt? FR-online.de zieht Bilanz.
Für jeden "transparent", so die sensationelle Hausaufgabe aus Karlsruhe, wird die Politik darlegen müssen, welche Beträge ausreichen, um Menschen am "gesellschaftlichen, politischen und kulturellen Leben" teilhaben zu lassen. Es ist die Rettung des Sozialstaatsgedankens gegen eine Politik, die erst den Staat durch Steuergeschenke für Reiche verarmen ließ und dann traurig verkündete, sie habe kein Geld für die Armen.

Vielleicht hat das Gericht sogar nicht nur den Sozialstaat an sich gerettet, sondern auch den ursprünglich richtigen Grundgedanken von Hartz IV - und zwar vor denjenigen, die ihn pervertierten.

Dieser Grundgedanke lief darauf hinaus, die vom Arbeitsmarkt "Abgehängten" wieder fit zu machen für das Erwerbsleben. Sie nicht in der "Sozialhilfe" versauern zu lassen, sondern - "Fordern und Fördern" - als Bürger zu betrachten, die sich ihren Lebensunterhalt wieder selbst verdienen können und wollen.

Dazu gehörte - in der Theorie - auch eine materielle Ausstattung, mit der man sich nicht vor der Gesellschaft verstecken muss. Jetzt, endlich, muss die Politik dieses Versprechen einlösen. Es bleibt ein Skandal, dass es dazu dieses Urteils bedurfte.
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Dokument erstellt am 09.02.2010 um 10:37:03 Uhr
Letzte Änderung am 09.02.2010 um 15:08:42 Uhr
Erscheinungsdatum 09.02.2010
Kommentare
1. Ein schwarzer Tag für Deutschland
"Ein großer Tag für den Sozialstaat", ich lese wohl nicht richtig. Dieses Land ist dem Untergang geweiht. Wer soll das alles bezahlen?? Jetzt werden es sich noch mehr Leute in der sozialen Hängematte gemütlich machen.



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2. 2. Endlich
Ich kann echt nicht glauben was sie da sagen "Erwerbstätiger". Ich selbst bin auch erwerbstätig und bin mir zu 100% sicher, dass das alles bezahlbar ist. Man müsste vielleicht nur mal diejenigen besteuern, die es sich auch leisten können. Solange Konzerne und Großverdiener mit Steuertricks um ihre Abgaben kommen, vor allem unter Mithilfe von Lobbyparteien a la Mövenpickpartei. Ich finde das Urtel Klasse. Nicht nur was die Hautfarbe angeht, sind wie Martin Luther King schon sagte, alle Menschen gleich. Auch was ein Recht auf Bildung und Wohlstand angeht sollten alle gleich sein. Das alle Hartz IV Empfänger faul sind Herr "Selbstständiger" ist blinder Populismus. Ich schäme mich für Leute wie sie.



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3. Antwort auf Ererbstätiger
Volle Zustimmung zu Ihrem Kommentar. Ein schlimmeres Geschwätz wie im Kommentar von Stephan Hebel habe ich selten gelesen.
Außerdem ist es absolut kein Problem die bestehenden Sätze so zu errechnen, daß sie nicht überschritten werden. Das Verfassungsgericht hat sich selbst die größtmögliche Ohrfeige verpasst, indem es gerade zu feige war Zahlen zu nennen. Und wenn eine Familie mit zwei Kindern ca 1.600,- € Netto erhalten kann, dann frage ich mich wieso es noch Leute gibt. die für weniger arbeiten. Das stelle man sich vor: 1.600,- fürs Nichtstun! Und von allem Mehr proftieren nicht die Kinder, sondern Brinckmann und Öttinger.



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4. Hoffentlich auch Änderung in der allgemeinen Gesetzgebung
Wer soll das bezahlen ist ein gute Frage. Vielleicht wacht die Regierung auf und fängt an die Arbeitgeber in die Pflicht zu nehmen vollwertige Arbeitsplätze zu schaffen und eine gerechte Steuerverteilung herzustellen. Die soziale Hängematte ist doch erst dadurch entstanden, indem die Politik niedrig bis (fast) gar nicht bezahlte Arbeit zu fördern (400,-€ Jobs als Stichwort)...



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5. "abspeisen von Arbeitslosen"
Cool, ich habe schon meine Frau angerufen. Wir werden noch 2-3 Kinder bekommen, hören endlich auf zu arbeiten und machen dann auf Alleinerziehend. Sollen die Deppen doch zahlen, wir lassen uns dann gerne abspeisen.



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