Athen. Als Folge der schweren Krawalle in griechischen Städten und einer Reihe von Skandalen hat Ministerpräsident Kostas Karamanlis am Mittwoch seine konservative Regierung umgebildet. Als wichtigste Änderungen gilt die Abberufung von Finanzminister Giorgos Alogoskoufi. Sein Nachfolger wird Ioannis Papathanasiou. Damit wolle Karamanlis signalisieren, seine Regierung werde einen sozial sensibleren Kurs einschlagen, kommentierte die griechische Presse. Dem neuen Finanzminister werden gute Kontakte sowohl zu den Arbeitgeberverbänden als auch zu den Gewerkschaften nachgesagt.
Karamanlis setzte zudem seinen Vetter Michalis Liapis als Kultusminister ab. Über ihn machten seit Monaten Gerüchte die Runde, er hätte sich teure Reisen ins Ausland von einer ausländischen Firma finanzieren lassen. Karamanlis hatte in den vergangenen Jahren immer wieder versprochen, die Korruption in seinem Land bekämpfen zu wollen. Außenministerin bleibt Dora Bakogianni. Sie unterstützt die Annäherung der Türkei an die EU.
Anfang Dezember waren nach dem Tod eines 15-Jährigen durch eine Polizeiwaffe wochenlange Unruhen in mehreren Städten ausgebrochen. Die vor 16 Monaten eingesetzte konservative Regierung hat im Parlament nur eine Mehrheit von einem Sitz. In Umfragen sind die Konservativen inzwischen deutlich unter Druck geraten: In der Gunst der Wähler sind sie deutlich abgerutscht und stehen derzeit sieben bis acht Punkte hinter den oppositionellen Sozialisten. (dpa/ap)


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