In den 70er Jahren ging es der Uhrenindustrie ans Pendel. Der Quarzoszillator trat seinen Siegeszug an, Billiguhren überschwemmten den Weltmarkt. Damals verloren zwei Drittel aller Mitarbeiter der Schweizer Uhrenindustrie ihren Job. Erst als der findige Nicolas G. Hayek die Swatch erfand, ging es bei den Eidgenossen wieder aufwärts.
Verglichen damit ist die aktuelle Finanzkrise für die Uhrenhersteller ein Pappenstiel. Zwar mussten die Schweizer im Krisenjahr 2009 einen kräftigen Umsatzrückgang um bald 25Prozent auf 12,3 Milliarden Franken verkraften. Doch inzwischen zieht die Nachfrage wieder an. Der Export von Armbanduhren legte um mehr als drei Prozent zu.
An der Börse mauserten sich die Aktien der größten Luxusuhrenhersteller zu den Favoriten des noch jungen Jahres. Aktien der Swatch-Gruppe (Marken: Glashütte, Blancpain, Breguet Longines, Omega und Tissot) verteuerten sich allein seit dem Jahreswechsel um mehr als ein Viertel. Papiere von Richemont (Baume & Mercier, IWC, Jaeger LeCoultre, Lange & Söhne, Vacheron Constantin) zogen um 18 Prozent an.
Der Einbruch der Aktien erfolgte auf dem Höhepunkt der Finanzkrise Ende 2008/Anfang 2009, inzwischen scheinen die Perspektiven für den Luxusgütermarkt jedoch wieder erfreulich zu sein. Auf der Bilanzpressekonferenz von Swatch berichtete Hayek von außergewöhnlich starkem Wachstum. Zukäufe seien denkbar. Das dürfte viel Gesprächsstoff auf der Fachmesse Baselworld kommende Woche liefern. Aber vielen kleineren Anbietern läuft die Zeit davon.