Die ersten Jubelstürme rund um das Darmstädter Böllenfalltor sind verstummt. Nachdem der SV Darmstadt 98 letzten Freitag die Lizenz für die künftig dreigleisige -Regionalliga vom Deutschen Fußball-Bund (DFB) erteilt bekam, beginnt nun für die Sportliche Leitung der Lilien der harte Arbeitsalltag. Gerhard Kleppinger, der Trainer des Meister der Oberliga Hessen, und Sportmanager Tom Eilers haben die Aufgabe, eine Mannschaft zusammenzustellen, die das Ziel Klassenerhalt in der kommenden Saison erreichen kann.
Aber das wird wohl ziemlich schwierig. Denn für Darmstadts Präsidenten Hans Kessler steht als nächstes großes Ziel die Rücknahme des Insolvenzantrages im Vordergrund, und daher "müssen wir mit ganz bescheidenen finanziellen Mitteln versuchen, eine schlagkräftige Truppe zusammen zu bekommen", so der Klubchef. Die wirtschaftliche Konsolidierung stehe immer noch klar über kurzfristigen sportlichen Erfolgen, so Kessler weiter.
Diese Marschroute macht allerdings die Arbeit für das Duo Kleppinger/Eilers nicht leichter. "Wir haben vom Präsidium einen Etat zugeteilt bekommen, der uns nicht viel Handlungsspielraum lässt", sagt Kleppinger ein wenig geknickt. Der finanzielle Rahmen ist so eng, dass Sportmanager Eilers Gespräche mit den beiden Führungsspielern und Topverdienern im aktuellen Kader, Fabio Eidelwein und Michael Anicic, über mögliche Abstriche in ihrem monatlichen Gehalt geführt hat.
Kapitän Becker geht
Akzeptieren beide die finanziellen Einschnitte nicht, wird man sich wohl von ihnen trennen müssen. "Die Gespräche, gerade mit diesen zwei Spielern, waren schon sehr unangenehm, weil sie Leistungsträger sind und wir sie eigentlich unbedingt halten wollten", sagt Eilers und fügt hinzu: "Das sind nunmal die Gegebenheiten, und wir müssen damit umgehen." Sicher ist dagegen schon der Abgang von Lilien-Kapitän und Torwart Bastian Becker. Er wird sich dem Drittligisten Jahn Regensburg anschließen. Sein Nachfolger soll angeblich Pablo Alvarez von den Amateuren der Frankfurter Eintracht werden - es laufen intensive Gespräche.
In Sebastian Glasner werden die Lilien wohl auch ihren besten Torjäger verlieren (21 Treffer in der vergangenen Spielzeit). Glasner fühlt sich unwohl in Darmstadt und möchte den Verein verlassen. "Trotz all dieser Umstände, bin ich überzeugt, dass wir für nächste Saison wieder eine konkurrenzfähige Truppe zusammen bekommen. Außerdem müssen wir ja froh sein, dass wir überhaupt eine Lizenz bekommen haben", so Kleppinger.


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